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...Dem flüchtigen Betrachter täuscht die Serie „scizzo“ eine spontane, gestische, dem Informel der 50er Jahre verwandte Unmittelbarkeit vor, die sparsamen Spuren lassen wie in Sekundenschnelle hingeworfene Körperdetails und Landschaften erkennen. Der genauere Blick aber korrigiert diesen Eindruck, er nimmt die Eile aus dem Werk und macht einer beschaulichen Ruhe Platz, mit der erst der feinen Farbigkeit und maßvollen Rhythmik nachgespürt werden kann. Die kalligraphischen Schwünge werden nun als das Übriggebliebene, das Stehengelassene eines umsichtigen, präzisen und sensiblen Schneideprozesses erkannt, Spontaneität verliert hierbei ihre Flüchtigkeit, wird entschleunigt und verkehrt sich in Langmut und Zeitaufwendigkeit. Mit diesem Prozess der Reduktion konzentriert die Künstlerin ihr Sujet auf das Wesentliche, nun erscheint alles gemeint, nichts dem Zufall überlassen, jede feine Spur ist das Ergebnis einer Entscheidung und verlangt Beachtung und Deutung. Und das kluge Auge forscht und ergänzt jetzt besonders auch im bewusst Ausgesparten, in den Negativzonen. Linie und Fläche verschmelzen zu einer untrennbaren Einheit, lüften dabei ein wenig ihr abstraktes Geheimnis und geben nun auch Fragmente der uns vertrauten Dinge zu erkennen. Statt gestischer Willkür begegnet uns am Ende feines Maß und kompositorische Ausgewogenheit, die beim Betrachter die Bereitschaft auslösen, sich mit den verschlüsselten Inhalten zu befassen.

Lienhard von Monkiewitsch 

01_land_scape_dunkel_54x114_2020
02_land_scape_hell_54x114_2020
03_lust_zu_sein_hell_70x70_2009
04_lust_zu_sein_dunkel_70x70_2009
05_sueden_70x70_2007
06_sphinx_hell_60x60_2005
07_sphinx_dunkel_60x60_2005
08_human_130x50_2007
09_verstecken_80x70_2007
10_sommer_70x60_2005
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Geheimnisse, die aus Klarheit entstehen, sind in den Öl-auf-Leinwand-Drucken von Astrid Clasen versteckt, deren reduzierte Formen wie filigrane Musik in den Bann ziehen.

Linien, die sich frei durch die Fläche des Bildes zu bewegen scheinen, indem sie ihre Beziehungen untereinander ständig neu definieren – und die dennoch zu etwas, das bekannt scheint, sich fügen, vielmehr zu einer Andeutung davon. Die Freiheit, die solche Bilder dem Betrachter lassen, ist Bedingung für die Entdeckung dessen, was Astrid Clasen selbst als das bezeichnet, was „untergründig in den Motiven und in den Skizzen steckt“, aus denen sie die Bilder entwickelt. Die dabei erwachsende Vieldeutigkeit bleibt auch dann erhalten, wenn in einigen der Arbeiten ... Schriftzüge auftauchen – wobei offen bleibt, ob deren Rolle die eines rein grafischen Elements ist oder ob sie eine Aussage machen sollen. Weil die Worte nur Fragmente, also Reduktionen sind, öffnen sie die Pforten der Wahrnehmung, statt einen Sinn festzulegen ...

Die Bilder Astrid Clasens stellen das Prinzip der Nuance gegen das der Überfülle; ihre Reduktionen setzen Genauigkeit, Präzision, Feinfühligkeit wieder in ihre Rechte.

Thomas Janssen


THE NEXT WALZE  WWK Gartow - Symposion für Großholzschnitt 2009 - Druck mit einer Straßenwalze
Beteiligte KünstlerInnen: Dieter Otto Berschinski, Wilfried Bohne, Uwe Bremer, Astrid Clasen, Werner Götz, Kestutis Grigaliunas, Ulrich Lindow, Katrin Magens, Ullrich Panndorf, Laisvyde Salciute

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beteiligte--kuenstler
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wonted-2010
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